login
 
profil
 
neues von...
 
antworten auf...
 
leserschaft
 
einstellungen
 
artikel schreiben
 
Digital

„Die Sims“- 10 Jahre Erfolgsgeschichte

J. N. H.
12. Februar 2010 14:26 Uhr
99 Kommentare
Seit der Veröffentlichung vor zehn Jahren hat sich „Die Sims“ über 125 Millionen Mal verkauft – und das, obwohl es weder ein bestimmtes Ziel noch Action im Spiel gibt. Das Geheimnis von „Die Sims“ liegt in der Alltagsanimation, welche die fundamentalen Regeln für PC-Games außer Acht lässt.
Es gibt weder eine Story, klare Aufgaben oder die Möglichkeiten Reflexe zu testen – eigentlich fehlt somit alles, was ein PC-Game ausmacht. Auch schlüpft erstmalig das durchschnittliche Vorstadtvolk in den Focus des Geschehens, dessen Plan aus alltäglichen Tätigkeiten wie Schlafen, Essen, Putzen und Arbeiten (und selten auch mal Feiern) stehen, so spiegel.de. Trotz dessen feiern „Die Sims“ zehnten Geburtstag und - nach "Mario" und "Pokémon" – den dritten Platz der populärsten Spielemarken der Welt.

Anfang 2000 veröffentlichte Electronic Arts mit „Die Sims“ das innovative Werk des US-Entwicklerstars Will Wright, obgleich sie diesem nur einen Absatz von 160.000 Stück zutrauten. Bereits in den neunziger Jahren faszinierte die Idee einer virtuellen Puppenstube. Damals stand der Urheber des Städtebau-Bestsellers "Sim City" von Maxis in den Läden. Erst nach der Übernahme durch Electronic Arts 1997 holte man das Konzept wieder hervor.



Unter dem Namen „Home Tactics“ begann eine Art Innenarchitektur-Spielerei, welche sich bis zur letztlichen Veröffentlichung von „Die Sims“ zu einer Art maugesteuerter Daily Soap entwickelte. Sollten die Mitglieder des konstruierten Haushalts zunächst nur über die Wohnsituation richten, verschob sich der Fokus letztlich auf die Figuren und deren Verhalten. Sie bekamen variable Charaktereigenschaften und entwickelten somit ihre eigene Persönlichkeit. Sie wurden mit Grundbedürfnissen ausgestattet, welche der Spieler bis heute befriedigen muss. Dabei setzt „Die Sims“ auf reale Alltagssituationen. So verliert man seinen Job, wenn man mehrfach nicht zur Arbeit erscheint und man verhungert, wenn man kein Geld verdient.

„Die Sims“ eroberte binnen von zwei Jahren die Herzen der Gamer. Es überholte den damaligen Spitzenreiter "Myst" und galt mit 6,3 Millionen verkauften Spielen zum bestverkauften PC-Titel des beginnenden 21. Jahrhunderts."'Die Sims' war eines der ersten Spiele für ein breiteres Publikum, für einen Spielertyp, der eher selbst motiviert und kreativ ist. Die Männer lieben vor allem die Konstruktion cooler Dinge, die Frauen konzentrieren sich auf die sozialen Beziehungen".

umfrage

Dabei galt es von Anfang an diverse moralische Barrikaden zu passieren, um eine jugendfreie und internationale Vermarktung zu sichern. Folglich gibt es in der „Sims“-Welt bestimmte Regeln:

- geht ein Sim auf die Toilette oder unter die Dusche sieht der Benutzer einen Schleier aus groben Pixeln
- verbale Auseinandersetzungen in Rage enden maximal in einer Ohrfeige Zeugung, Geburt und Tod
- werden symbolhaft dargestellt, so sind bei „Die Sims“ noch der Storch und der Sensenmann aktiv

Binnen der letzten zehn Jahre kamen von „Die Sims“ drei PC-Episoden, ein Dutzend Varianten für Konsolen und Mobilgeräte sowie zahlreiche Erweiterungen auf den Markt. Bislang brachten „Die Sims“ 2,5 Milliarden Dollar an Einnahmen. „Die Sims 3“ wurde 2009 problemlos zum bestverkauften PC-Spiel des Jahres.
Bildquelle: © flickr.com/ psd, © flickr.com/ wlodi
autor
7. Februar 2012 09:38 Uhr