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Digital

Born to be root

Daniel Oertwig
24. August 2009 18:12 Uhr
238 Kommentare
Von Linux hat sicherlich schon jeder einmal etwas gehört. Die meisten verbinden mit dem Begriff Linux heute aber immer noch einen schwarzen Bildschirm mit einem blinkendem Cursor darauf, den zu beherrschen nur einige wenige "Freaks" in der Lage sind. Doch dass sieht heute schon lange nicht mehr so aus...
Ein schwarzer Bildschirm. Ein kleiner blinkender Strich. Und unzählige, kryptische Kommandos, bei denen man das Grauen bekommt.

An ein solches oder ähnliches Szenario denken heute immer noch viele, wenn sie den Begriff Linux hören. Dass ein Linuxsystem aber weit mehr zu bieten hat, will dieser Artikel zeigen.

Linux - was ist das eigentlich?

Der Begriff Linux bezeichnet - das wissen einige sicherlich - ein Betriebssystem. Dieses System stellt eine kostenlose, freie Alternative zum Betriebssystem Windows dar. Frei bedeutet in dem Fall, dass man (wenn man will und kann) die Quelltexte - also den Code, aus dem das Betriebssystem besteht - ansehen und natürlich auch verändern kann.
Ist das etwas Besonderes? Kurze Antwort: Ja. Die Quelltexte von keinem Windowssystem liegen der Öffentlichkeit vor. Im Grunde kann also niemand genau sagen, was ein Windowssystem so alles tut. Und: Niemand kann Fehler im System finden und sie ausbessern.

Was hat der normale Benutzer davon, dass Linux "quelloffen" ist? Gibt es einen Fehler, wie etwa eine Sicherheitslücke, dann wird diese meist innerhalb der nächsten Stunden/Tage behoben und durch ein Update das eigene System "repariert". Bei Windows muss man auf ein nächstes Service Pack hoffen...

Aber Linux sieht nicht gut aus...

Hinter diesem Satz versteckt sich ein sehr großes und leider sehr verbreitetes Missverständnis. Linux selbst kann nicht nach irgendetwas aussehen. Linux selbst ist nur das System, das "Ding", was die Arbeit erledigt. Anders als bei Windows ist bei Linux, dem System, kein Aussehen eingebaut.

Das, was man sieht und was viele für das eigentliche System halten, ist eigentlich nichts weiter als die Benutzeroberfläche.

Bei Windows ist diese - wie schon erwähnt - fest ins System integriert. Bei Windows Vista heißt die neue Oberfläche zum Beispiel Aero.

Bei Linux kann man sich die Oberfläche dagegen aussuchen. KDE, Gnome, Xfce, LXDE und viele andere stehen hier zur Wahl. Je nach Ansprüchen und Rechenleistung des Computers ist von einer sehr minimalistischen Arbeitsumgebung bis hin zu einem vollanimierten 3D-Desktop nahezu alles möglich.
Einen kleinen Einblick gibt diese Seite.

Wo bekomme ich Treiber her?

Ein anderer Mythos, der sich hartnäckig hält: Es gäbe kaum Treiber für Grafikkarten, Soundkarten o.Ä. unter Linux.
Früher war es tatsächlich noch wichtig, welche Bauteile im Computer eingebaut waren. Heute aber unterstützt Linux inzwischen so gut wie alle Bauteile, die es für einen Computer gibt - in einigen Fällen sogar mehr als Windows. Vereinzelt macht der WLAN-Bereich heute noch Probleme...

Warum Linux?

Zuerst einmal: Es ist kostenlos. Und nicht nur das. Auch die meisten Programme - es gibt inzwischen wohl weit über 100.000 - sind kostenlos und mit ein paar Mausklicken installierbar.

Virenscanner befinden sich aber kaum unter den Linuxprogrammen. Grund dafür sind die fehlenden Viren. Für Linux gibt es wohl überhaupt nur zwei bis drei wirkliche Viren - bei Windows übersteigt hingegen diese Zahl sicherlich schon die Millionengrenze.

Noch etwas: Die meisten Linuxsysteme sind auch deutlich schneller und effektiver als Windowssysteme. Das zeigt die Distribution Ubuntu in ihrer aktuellen Version 9.04 (Codename Jaunty Jackalope) sehr eindrucksvoll: Ein Start des Systems dauert unter 20 Sekunden.


Dieses Maskottchen repräsentiert Linux in der Öffentlichkeit...


Distribution? - Oder: Linux ja, nur welches?

Es gibt nicht einfach nur Linux. Es gibt Distributionen. Und zwar viele. Welche Nutzen das hat, mag auf den ersten Blick nicht zu erkennen sein.

Je nach Distribution wird das System teilweise anders eingestellt, läuft anders (schneller oder langsamer), hat andere Programme vorinstalliert, etc.

Durch die vielen unterschiedlichen Distributionen ergibt sich ein weiterer Vorteil: Je nach eigenen Ansprüchen kann man sich für eine Distribution entscheiden - oder natürlich auch eine eigene erschaffen.

Zu den heute bekanntesten Distributionen zählen:
* Ubuntu (und damit auch Kubuntu, Xubuntu, ...)
* Debian
* Fedora
* Suse

Für den Linux-Einsteiger ist Ubuntu zu empfehlen.

Wer Linux erst einmal testen möchte, ohne gleich irgendetwas installieren zu müssen: Die meisten Distributionen sind als Live-CD erhältlich. Das heißt: CD rein, hochfahren, ausprobieren.


Mehr Informationen über einzelne Distributionen gibt es unter anderem auf folgenden Seiten:

ubuntuusers.de
fedoraproject.org
debian.org
opensuse.org
Bildquelle: © flickr.com/protohiro
17. Mai 2012 18:59 Uhr