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Digital

256 Spieler - Multiplayer Revolution?

Gelöschter Nutzer
22. Februar 2010 15:22 Uhr
337 Kommentare
MAG (Massive Action Game) ist ein von Zipper Interactive und Sony Computer Entertainment veröffentlichter online Ego-Shooter. Das Besondere: Es treten in einer Schlacht 256 Spieler gegeneinander an. Weit mehr als in vergleichbaren Spielen.
Wenn es nach Sony geht, soll MAG eines der neuen Aushängeschilder der Playstation3 werden und erscheint daher auch ausschließlich für die hauseigene Heimkonsole. Der Name leitet sich aus dem kompletten Titel des Massen-Shooters ab: Massive Action Game. Und genau das ist MAG auch. Mit 256 Spielern kommt schon ordentlich Action auf. Aber ist es wirklich eine Multiplayer Revolution? Der nachfolgende Artikel soll dabei helfen, diese Frage beantworten zu können.

Spielbeginn
Bevor man MAG starten kann, muss man sich einen Charakter erstellen. Das bedeutet, dass man sich zunächst einen PlaystationNetwork-Account zulegen muss. Dies sollte jedoch kein Problem sein, da die meisten PS3-Besitzer bereits einen solchen angelegt haben. Für die, die es jedoch bevorzugen, sich nicht im PSN anzumelden, ist dies bereits der erste Nachteil, für alle anderen eine schnell erledigte Nichtigkeit.
Der zweite Schritt besteht darin, sich einer Privatarmee anzuschließen, für die man danach kämpfen wird, um den Marktanteil derer zu erhöhen. Dies wäre dann auch schon die ganze Story, nicht besonders groß, aber gut zu spielen. Zur Auswahl stehen Raven, Valor und S.V.E.R. (in der dt. Version "SÄVER" ausgesprochen). Raven ist eine europäische, in Wien ansässige Hightech-Firma, Valor eine Kampfgruppe amerikanischer Ex-Soldaten und S.V.E.R. eine aus Asien stammende Guerillatruppe.
Die regionalen Zuordnungen sind nicht verpflichtend aber im Spiel spürbar.
So muss man als Deutscher beispielsweise nicht Raven beitreten, aber man wird dort die meisten anderen Deutschen finden.



Spielmodi
Nach diesem Vorgang kann man das Spiel starten. Man wird jedoch schnell feststellen, dass man anfangs lediglich einen Spielmodus betreten kann.
Dieser nennt sich Unterdrückung.Unterdrückung klingt zwar vorerst relativ vielversprechend, enttäuscht dann aber, da es sich als normales Team-Deathmatch herausstellt. Anfangs bemängelt man zwar noch nichts an einem altbewährten Deathmatch, man wird jedoch später merken, wie viel mehr die anderen Modi zu bieten haben.
Diese wären dann Sabotage, Übernahme und Herrschaft.
In Sabotage geht es darum zwei Kontrollpunkte, im Spiel Datenzentren genannt, zu halten bzw. einzunehmen. Nach der Einnahme wird ein dritter Kontrollpunkt freigeschaltet, der dann wiederum verteidigt werden muss.Gespielt wird 20 Minuten mit 64 Spielern. Ab hier merkt man schon langsam, wodrauf MAG aufbaut, nähmlich Teamarbeit. Als Einzelspieler wird man es hier nicht leicht haben.
Der nächste Modus ist Übernahme. Gespielt wird ebenfalls 20 Minuten, jedoch jetzt mit 128 Spielern.
Ziel ist es zwei Fahrzeuge der Gegner zu stehlen bzw. diese zu verteidigen.
Klingt simpel, kann jedoch schwierig werden.
Der dritte Modus nennt sich Herrschaft. Hier wird endlich mit 256 Spielern gekämpft, jetzt über 30 Minuten. Dieser Modus ist relativ komplex, lässt sich aber ungefähr so zusammenfassen: Ziel ist es mehrere Kontrollpunkte einzunehmen, um so dem Gegner schaden zuzufügen.
Das waren auch schon alle Spielmodi. Ein Nachteil: Wenig Modi.

Karten
Die Karten in MAG sind erwartungsgemäß sehr groß. Es gibt drei Karten pro Spielmodus (eine pro Armee), die sehr gut auf ihren Modus zugeschnitten sind. Beispielsweise muss man in Übernahme erst eines der Tore zerstören, bevor man das Fahrzeug aus dem feindlichen Lager entwenden kann.
Hinzukommt, dass die Karten auf mehreren Wegen eng mit dem Spielverlauf in Verbindung stehen. Einerseits sind die Karten, wie schon genannt, passend für den Spielmodus, hinzukommt, dass überall auf den Karten Bunker mit Geschützen verteilt sind, die großen Einfluss auf den Vormarsch der Gegner haben, nicht zuletzt, weil man aus ihnen heraus starten kann; dazu später mehr. Außerdem sind auf den Karten verschiedene, für den Spielverlauf wichtige, Gebäude bzw. Maschinen, wie z.B. ein Flakgeschütz oder einen Fuhrpark für neue Panzer. All diese Sachen kann der Gegner auch zerstören, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Er kann z.B. die Bunker zerstören, die ihn aufhalten, oder die Flak vernichten und danach per Fallschirmjäger angreifen, was nicht nur vorteilhaft ist, sondern auch Laune macht.
Leider muss man einfach sagen, das MAG grafisch kein Highlight ist, dies kann man jedoch bei einer so hohen Spielersynchronisation auch nicht unbedingt erwarten.

Gameplay
Das Gameplay in MAG unterscheidet sich in zwei Bereichen von anderen Shootern:
  1. Man wird schnell merken, dass es mehr als in den meisten anderen Spielen auf Teamwork ankommt. Unterstützt wird das Teamplay durch ein gutes Kommunikationssystem, dazu später mehr.
  2. Durch die vielen Möglichkeiten, über die Karten auf den Spielverlauf zuzugreifen, verlagert sich das Spiel auch sehr dadrauf. Das ist einer der größten Vorteile, da es richtig Spaß macht.

umfrage

Leider muss man jedoch auch zwei große Spaßbremsen ausmachen:
Einerseits gibt es einen Einstiegstimer, der den Spielfluss ungemein bremst, andereseits sind die Wege, sobald die Bunker zerstört sind, relativ lang, da man immer an festgelegten Punkten und nicht irgendwo auf der Karte startet. Durch diese Festlegung der Startpunkte bildet sich jedoch auch so etwas wie eine Front, das macht dann wieder einen sehr positiven Eindruck.
Auch hier gibt es einen Klasseneditor und ein Levelsystem. Für jeden Level den man aufsteigt, bekommt man einen Fertigkeitspunkt, den dann im Klasseneditor eingelöst werden kann.
Dieser setzt nicht auf einen Umfang, wie z.B. in CoD: Modern Warfare 2, sondern auf Vielfalt. Er lässt außerdem die Möglichkeit, sich zu spezialisieren oder allgemein aufzuwerten. Man kann sich jedoch auch erst später neu spezialisieren.

Kommunikationssystem
Das Kommunikationssystem in MAG ist sehr gelungen. Die Armee hat immer einen LO (Leitenden Offizier), der den Platoonanführern die Aufträge erteilt. Ein Platoon besteht aus 32 Mann. Die Platoonanführern geben dann wiederum Aufträge an die Truppführer, ein Trupp besteht aus acht Mann.
Diese markieren dann das Ziel für ihre Kameraden, so werden 128 Mann immer gut organisiert. Hinzukommt, dass jeder Anführer Boni hat, die er auf seine Kameraden in seiner NÄHE überträgt, was das Teamverhalten im Trupp fördert. Außerdem können Anführer Verstärkung, wie z.B. Mörserschläge rufen.
Übrigens kann man sich als normaler Soldat nur innerhalb des Trupps mit Headset verständigen, was vor unerwünschten Ablekungen durch Gespräche 127 anderer Mitspieler schützen soll.

Fazit
MAG ist ein sehr gelungenes Spiel, das sich jeder vormerken sollte, der gerne Shooter online spielt und auch mal im Team arbeiten kann. Eine Revolution ist es zwar spielerisch nicht, da es schon einige Schwächen hat, macht aber dennoch mächtig Laune.

Positiv:
  • 256 Spieler lagfrei
  • gutes Levelsystem
  • guter und vielfältiger Klasseneditor
  • tolle Atmosphäre
  • sehr gute Karten
  • sehr gutes Kommunikationssystem
  • viele kleine, aber gute Features (z.B. Fallschirmjägeranrgiff)


Negativ:
  • die Grafik
  • Einstiegstimer
  • manchmal zu lange Wege nach dem Neueinstieg in den Kampf

Bildquelle: © playstation.de
9. Februar 2012 00:47 Uhr